27.06.2009 Orgel- und Trompetennacht im Dom
Orgel- und Trompetennacht im Dom
Die musikalische Nacht wurde von der Vorsitzenden des „Förderkreises Musik am Dom zu Halberstadt“ Dr. Ruth Hurek eröffnet. KMD Claus- Erhard Heinrich (Orgel) und Zsolt Nagy- Major (Staatskapelle Weimar, Trompete) faszinierten die Zuhörer im ersten Konzert mit Glanzlichtern des europäischen Barocks von Nicolas de Grigny über António Correa Brage bis hin zu Georg Friedrich Händel. Die wohl vertrautesten Klänge von Johann- Sebastian Bachs „Jesu meine Freude“ bildeten einen sanftmütigen Gegensatz zur portugiesischen Batalha (Kampf) Bragas, die bereits im 17.Jht. in der Tradition der iberischen Barockmusik den Vorläufer des heute so genannten Latino - Rhythmus begründete. Nach einem begeisterten Applaus und einem Imbiss im einladend gestalteten Kreuzgang improvisierte der KMD an der Orgel in der Winterkirche Lieder auf Zuruf aus dem Gesangbuch für die Zuhörer. Nach anfänglicher Scheu sprudelten die Musikwünsche zur allgemeinen Belustigung durcheinander und Claus- Erhard Heinrich versprach eine baldige Fortsetzung dieser Konzertform. Insbesondere das „Hevenu schalom“ ließ viele Köpfe und Füße wippen und auch vereinzelte Fingerschnippser und Gesangseinlagen waren aus dem Publikum zu hören.
Das zweite Konzert um 20 Uhr im Dom von „Gregorianik bis Spirituals“ mit Werken von Oskar Lindberg, Manfred Schlenker und Claus-Erhard Heinrich war ebenfalls gut besucht. Die musikalisch harmonische Perfektion von Nagy- Major und Heinrich, die den Zuhörer mit jedem weiteren Stück einnahm, sucht ihresgleichen. Die Andacht im Hohen Chor mit Pfarrer i.R. Ulrich Schäffner bot einen besinnlichen Abschluss mit Orgelimprovisationen zu „Der Mond ist aufgegangen“. Dieser Abend war wie Balsam für die Seele und eine Offenbarung für jeden Musikliebhaber.
Friederike Rust