Begeisterte Zuhörer erleben Ralf Benschu und Jens Goldhardt im Dom
Orgel und Saxofon weben bunten Klangteppich
Nur zweimal hatte das Saxofon Mühe, gegen die klanggewaltige Orgel anzukommen – ansonsten boten Organist Jens Goldhardt und Saxofonist Ralf Benschu am Sonnabend ein perfekt aufeinander abgestimmtes Konzert. Die über 100 Zuhörer im Halberstädter Dom wurden von manchmal hypnotisch wirkenden Klängen eingehüllt, um dann von fröhlich laufenden, flirrenden und lebhaften Passagen mitgerissen zu werden.
In dem schön ausgewogenen Programm des von der Volksstimme präsentierten Abends zeigten beide Musiker, wie gut sie ihre Ins?trumente beherrschen, wie sensibel aufein?ander eingehend sie dichte Klangteppiche weben können. Schon in den Improvisationen zu drei Psalmen zeigte sich ihre Virtuosität, auch wenn es für Ralf Benschu nicht immer einfach war, den langen Weg vom Altar hoch zur Orgelempore zu bewältigen und trotzdem noch genügend Luft für lange, sanfte Töne seines Saxofons zu haben.
Während der Psalm-Fantasie mittelalterliche Texte und Melodien zugrunde lagen, führte Benschus Trilogie „Erwacht, Verträumt, Wolke 7“ in eine modernere Tonsprache, die von dem perlenden Klang des Barocks gekontert wurde. Mit der Sonate g-Moll von Johann Sebastian Bach (BWV 1020) setzten beide einen schönen Kontrast im Programm. An dessen Ende stand wieder ein Stück von Ralf Benschu „Durch den Wind“, das arabisch anmutende Passagen bot, gleichermaßen stürmisch und luftig-leicht daherkam. Stehend erklatschten sich die Zuhörer eine spritzige Zugabe – ein Choral, der in den Soulklassiker „Hit the road Jack“ mündete.
Sabine Scholz
Sabine Scholz