Wenn Töne zu Gemälden verschmelzen
Das „German Marimba Duo“ zu Gast im Dom zu Halberstadt
von Dr. Yvette Schmidt
Am vergangenen Samstag gastierten im Rahmen der Domkonzerte Matthias Krohn (55) und Andreas Schwarz (47) in Halberstadt. Die beiden Musiker aus Lübeck hatten sich 1997 zum „German Marimba Duo“ zusammengefunden.
Musikalisch eingestimmt wurden die Besucher des Konzertes durch den Posaunenchor unter der Leitung von Andreas Rebettge und das große Domgeläut. Nachdem die letzten Glocken verklungen waren, zogen für eine gute Stunde die Klänge der beiden Marimbaphone die Zuhörer in den Bann.
So standen nicht nur Eigenkompositionen, sondern auch Choräle von Johann Sebastian Bach und als besonderer Höhepunkt „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski (in einer Fassung für 2 Marimbas vom German Marimba Duo) auf dem Programm.
Bereits bei den ersten beiden Stücken „Querkopf“ (2005, M. Krohn) und „Effekthascherei“ (1994, A. Schwarz) wurde die Virtuosität der beiden Musiker deutlich. Die beiden Eigenkompositionen des Duos zeigten die Vielfalt der Klangmöglichkeiten der Instrumente. So wurden alle Bauteile der Marimbaphone mit in das Spiel einbezogen. Von sehr tiefen, weichen Klängen über spritzige Passagen bis hin zu Klängen eines Trommelwirbels war alles vertreten. So konnte man bereits hier Bilder erahnen und nachvollziehen, wie die Namen der Kompositionen von Krohn und Schwarz entstanden sind.
Im Mittelteil des Konzertes waren dann Choräle von Bach zu hören, die im Dom ihren besonderen Platz hatten. Auch wenn es Geschmacksache ist, ob man lieber die „klassische“ Interpretation mit der Orgel mit ihren schwebenden Tönen oder die Bearbeitung für Marimbas bevorzugt, so tat es der hohen spielerischen Qualität keinen Abbruch.
Das Herzstück des Konzertes waren dann die „Bilder einer Ausstellung“. Hier war das gesamte spielerische Können des Duos gefragt. Kennt man doch bisher nur das Original von Mussorgski für Klavier bzw. die Orchesterfassung von Maurice Ravel, so entstanden durch die Klangvielfalt der Marimbaphone, die Exaktheit des Spielens und die gekonnte Interpretation noch plastischere Bilder durch Töne. Dadurch waren der daherwackelnde Zwerg (Gnomus), die Streitereien der Kinder und der durch Ochsen gezogene Leiterwagen (Bydlo) fast sichtbar. Krohn und Schwarz gelang es hier- in ihrer eigenen Fassung- der Komposition von Mussorgski ein eigenes Leben einzuhauchen.
Der lang anhaltende Applaus des Publikums war der Dank für einen besonderen und musikalisch anspruchsvollen Konzertabend des „German Marimba Duo“.