10.07.2010 Orgelkonzert Hans-Jürgen Kaiser

Orgelkonzert voller eleganter Virtuosität

Die einmalig bewundernswerte Architektur des Halberstädter Domes zog am
vergangenen Samstag (10.07.10) wieder viele Zuhörer zum Orgelkonzert in
ihren Bann. Bei den hochsommerlichen Temperaturen war es vür viele
Erholung und Entspannung. An der Orgel war Hans-Jürgen Kaiser (Dom zu
Fulda) mit Werken verschiedener Musikepochen zu hören. So erklangen zu
Konzertbeginn Joh.-Seb.-Bachs Präludium in C-Dur, BWV 547, gefolgt von
den Orgelchorälen der Neumeister-Sammlung und der Fuge in C-Dur, BWV
547. Ein klarer Aufbau, gut durchdachte Phrasierungen und eine schön
abgestimmte Dynamik prägten diese einleitenden Stücke. Sie gehören
unbedingt der Form des Barock an. Leicht und transparent wurden sie
gespielt.
Mit dem Choralvorspiel op. 79 b Nr. 11 von Max Reger waren spannende wie
mitreißende Steigerungen zu erleben, alles erklang in hellen und schönen
Farben der Orgelregister. Der Einfluß des großen Vorbilds war
unüberhörbar. Mit den beiden nachfolgenden Werken führte H.-J. Kaiser
die Zuhörer in eine andere Klangwelt. Auf dem Instrument ließ er
Klangzaubereien Gestalt annehmen und schilderte somit farbige Bilder.
Alles wirkte leicht und locker, und es waren technisch sehr
anspruchsvolle Werke.
Den Abschluß und den absoluten Höhepunkt bildete das Präludium und Fuge
über B-A-C-H von Franz Liszt - ein Werk voller eleganter Virtuosität und
Durchsichtigkeit.
Der volle und strahlende Orgelklang erhellte den Raum bis alles in
pianissimo -Akkorden ausklang. Es ist ein Werk im romantischen
Überschwang, in dem die klangliche Schönheit der Orgel zum Ausdruck kam
und ein glanzvoller Ausklang des Konzertes.

Hannelore Sischka