1.-3. Juni Domfest "Dialog der Religionen"
Freitag, 01.06.2012, 19.30 Uhr Ballett Maria Magdalena

Samstag, 02.06.2012, 18.00 Uhr Oratorium

Franz Schubert, 92. Psalm
Felix Mendelssohn Bartholdy, Lobgesang op. 53 - Sinfonie-Kantate
Leonard Bernstein, Chichester Psalms

Susanna Pütters (Braunschweig) - Sopran
Irmgard Weber (Hannover) - Sopran
Peter Diebschlag (Magdeburg) - Tenor
Knabenstimme
Kantorei Halberstadt und Kantorei an St. Katharinen Braunschweig
Mitglieder des Staatsorchesters Braunschweig
Claus-Erhard Heinrich - Leitung

Karten zu 10 bis 22€ über Service-Stellen der Volksstimme, biber-ticket-Hotline 01805/121310 oder
Buchhandlung Schönherr 03941-24105, MusikSchatzTicket 12€; Abendkasse

1712 wurde in Halberstadt die Barocksynagoge eingeweiht, ein von Berend Lehmann gestifteter Prachtbau, der einerseits die Nachbarhäuser überragte, wie es der Talmud fordert, andererseits sich von der Straße aus hinter den Nachbarhäusern versteckte, wie es die damalige nicht-jüdische Gesellschaft verlangte. Aus diesem Anlass finden die Domfestspiele 2012 unter dem Titel „Dialog der Religionen“ statt.
Deshalb verbinden die drei Werken des Oratoriums am Samstag alle Jüdisches und Christliches. Ihnen liegen Psalmtexte zugrunde, die im jüdischen wie christlichen Gottesdienst eine zentrale Rolle spielen.
Franz Schubert, ein Katholik, komponierte den 92. Psalm für die Wiener Synagoge in Hebräisch. Bei den Domfestspielen erklingt er in der deutschen Übersetzung von Moses Mendelssohn, dem Halberstadt durch die Moses Mendelssohn Akademie besonders verbunden ist.
Felix Mendelssohn Bartholdy, ein Protestant mit jüdischen Wurzeln, verschmolz im Lobgesang Sinfonie und Kantate. Chor und Solisten treten erst im zweiten Teil zum Orchester dazu. So entstand ein wirkungsvolles Werk jenseits kirchlicher und konfessioneller Grenzen, das sich folgerichtig in Konzertsaal wie Kirche behauptet. Damit steht der Lobgesang in der Tradition des Messias von Händel als geistlichem Werk für den Konzertsaal und der IX. Sinfonie von Beethoven als Sinfonie mit oratorischem Schlussteil, der bei Mendelssohn im Vergleich zum sinfonischen Beginn an Bedeutung gewonnen hat. Beide Tendenzen – Religiosität jenseits kirchlicher Bindung und Erweiterung der instrumentalen Mittel durch Einbeziehung von Chor und Solisten (s. auch Mahler) - sind typisch für die Romantik.
Leonard Bernstein, ein berühmter jüdisch-amerikanischer Dirigent und Komponist (z. B. „West Side Story“) komponierte 1965 im Auftrag der Kathedrale von Chichester seine „Chichester Psalms“ auf Hebräisch. Dabei verbindet er Klassik und Musical in höchster Attraktivität. Unregelmäßige Taktarten, klangsinnliche Melodien, zarteste Töne und vitale Ausbrüche wechseln sich ab, ehe das Werk ganz leise mit „Hineh matov umah naim shevet ahim gam yahad“ verklingt - übersetzt „Wie schön und wie lieblich ist es, wenn Brüder in Frieden beieinander wohnen“.

 

Sonntag, 03.06.2012
11.15 Uhr Spaziergang zum langsamsten Musikstück der Welt

18.00 Uhr Orchesterkonzert Diaspora - 300 Jahre Synagoge Halberstadt
Elischa Kaminer, Diaspora
Leonard Bernstein, 1. Sinfonie ("Jeremiah")
Felix Mendessohn Bartholdy, Trompetenouvertüre C-Dur
Georg Friedrich Händel, Ausschnitta aus "Israel in Ägypten"

Regina Pätzer - Mezzosopran
Solisten und Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters
Johannes Rieger - Leitung